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    EtherCAT SBOM: Wie Klemmen ohne IP-Adresse in die Geräteliste kommen

    Kurz gefasst · Stand: Oktober 2026

    EtherCAT-Teilnehmer verarbeiten Rahmen im Durchlauf und haben weder IP-Stack noch eigene Adresse im Netz. Ein Scan vom Wartungs-PC sieht den Master (meist einen Industrie-PC), nicht die Klemmen. Ihre Identität liegt dreifach vor: im SII-EEPROM (Vendor ID, Product Code, Revision, Seriennummer ab Wort 0x0008), im CoE-Objekt 0x1018 und in der ESI-Datei des Herstellers. Lesen kann sie nur der Master: TwinCAT beim „Scan Boxes“, per ADS nach Freischaltung einer Route, CODESYS per EtherCATStack, IgH oder SOEM. Für die Anlagen-SBOM heißt das: Die Klemmenliste kommt aus dem Projekt oder über den Master. Die größere Angriffsfläche ist der Master selbst.

    Die Identität steht im EEPROM, im Objektverzeichnis und in der ESI-Datei

    Die ETG schreibt für jedes Gerät eine weltweit eindeutige Vendor ID vor; Product Code und Revision sind Pflicht, weil der Master sie zum Abgleich mit der ESI- und ENI-Konfiguration braucht.

    QuelleFelderBedeutung für die Geräteliste
    SII-EEPROM (ETG.2010), Wörter 0x0008–0x000FVendor ID, Product Code, Revision, Seriennummerlesbar ab Zustand INIT; Grundlage jeder Klemmenliste
    CoE-Objekt 0x1018 (Identity)dieselben vier Werte, dazu bei Beckhoff 0x1008 Name, 0x1009 Hardware-, 0x100A Softwareversionnur bei Geräten mit Mailbox/CoE – reine Digitalklemmen haben keins
    ESI-Datei (XML)Vendor, ProductCode, RevisionNo, Name, OrderIdxHerstellerbeschreibung; verbindet Product Code mit Bestellbezeichnung (EL1008)

    Die öffentliche ETG-Vendor-ID-Liste löst die Nummer auf (0x2 Beckhoff, 0x24 Bosch Rexroth, 0x691 FANUC). Der Product Code bleibt herstellerintern; die Bestellbezeichnung steht nur in der ESI-Datei oder im Namensstring.

    Nur der Master kann lesen, und der Master ist ein PC

    Ein zweiter Master ließe sich nur durch Auftrennen des Rings anschließen. In der laufenden Anlage bleibt deshalb der Weg über den vorhandenen Master: TwinCAT liest beim Scan die EEPROM-Identität und zeigt Name, Revision und Firmware; über eine ADS-Route gibt der IPC dieselben Daten programmatisch heraus; CODESYS-Masters bieten ReadEEpromData, Open-Source-Masters wie IgH oder SOEM ein slaveinfo. Alles davon ist lesend und während des Betriebs üblich.

    Der Master ist ein Industrie-PC mit Windows, TwinCAT/BSD oder Linux und TwinCAT, CODESYS oder ctrlX OS. Dort liegen die Schwachstellen, die Hersteller tatsächlich melden: Alle 17 Beckhoff-Advisories betreffen Software, keine Klemme. Die EtherCAT-Identität deckt die I/O-Ebene ab; die Software-Inventur des Masters ist der wichtigere Teil. Mehr dazu im Beitrag zu Beckhoff und der Anlagen-SBOM.

    Was EtherCAT nicht liefert

    • Eine Seriennummer je Gerät: Viele Klemmen tragen im Feld nur einen Datumscode (Jahr/Woche) oder eine Null. Für den Nachweis zählt das Typenschild.
    • Einen getrennten Firmwarestand: Die Revision ist ein 32-Bit-Wert mit herstellerspezifischer Aufteilung in Hardware und Firmware; ein lesbarer Softwarestring (0x100A) existiert nur bei Geräten mit CoE.
    • Eine Bestellnummer als Feld: Der Product Code ist eine Zahl; die Bestellbezeichnung kommt aus der ESI-Datei oder dem Namensstring.
    • Zugriff von außen: Ohne Master, Projekt oder ADS-Route gibt es keinen Weg zur Klemmenliste, und passives Mitlesen von außerhalb des Rings ist nicht möglich.

    Was das für die Anlagen-SBOM heißt

    • Die Klemmenliste bei der Abnahme aus dem Projekt exportieren (TwinCAT-ENI/XML, CODESYS-Gerätebaum) oder per ADS vom Master lesen; Typ, Revision und Firmware je Klemme übernehmen.
    • Den Master als eigenes Produkt mit Software-Inventur führen: Betriebssystem, TwinCAT- oder CODESYS-Version, Pakete. Das ist die Fläche, die Advisories treffen.
    • EtherCAT-Gateways zu PROFINET oder EtherNet/IP (EL6631, EL6652) zusätzlich im Netz erfassen; sie tragen dort eine eigene Identität.
    • Wie der Scan in Mischanlagen die Stufe „Geräte hinter dem Master“ einbaut, steht im Beitrag zum Netzwerkscan je Steuerungswelt.

    Alle 13 Hersteller im Vergleich: SBOM je Hersteller →

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    Werkspilot Scan liest diese Felder vom Wartungs-PC aus, lesend und mit fester Anfrageliste, und führt sie je Anlage. Dieser Beitrag beschreibt den Stand der Spezifikationen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

    Häufige Fragen

    Weil EtherCAT-Teilnehmer keinen IP-Stack und keine eigene Adresse im Netz haben; sie verarbeiten die Rahmen des Masters im Durchlauf. Von außen sichtbar ist nur der Master, meist ein Industrie-PC. Die Identität der Klemmen (Vendor ID, Product Code, Revision, Seriennummer) liegt im SII-EEPROM und im CoE-Objekt 0x1018 und ist nur über den Master lesbar, per TwinCAT-Scan, ADS-Route, CODESYS-EtherCATStack oder Open-Source-Master.

    Vier Werte: Vendor ID (von der ETG vergeben, öffentlich auflösbar), Product Code (herstellerintern), Revision (32 Bit, herstellerspezifisch in Hardware und Firmware geteilt) und Seriennummer (oft nur Datumscode oder Null). Geräte mit CoE-Mailbox führen zusätzlich Name, Hardware- und Softwareversion als Strings (0x1008–0x100A). Die Bestellbezeichnung wie EL1008 steht in der ESI-Datei.

    Nein, EEPROM-Lesen und SDO-Upload von 0x1018 sind lesende Standardvorgänge, die TwinCAT online ständig ausführt. Riskant sind Schreibzugriffe auf das EEPROM und Zustandswechsel der Teilnehmer, die den Ring stören können. Ein Inventarwerkzeug nutzt deshalb ausschließlich die Lesedienste des Masters und sendet keine eigenen Rahmen auf dem EtherCAT-Segment.