Kurz gefasst · Stand: Oktober 2026
Eine WAGO-Anlage besteht aus PFC100/PFC200-Controllern oder CC100, Feldbuskopplern (750-375 PROFINET, 750-363 EtherNet/IP) und den I/O-Modulen der Serie 750 am Klemmenbus (K-Bus) dahinter, dazu Switches (852) und Touch Panels (762). Vom Wartungs-PC aus antworten Controller, Koppler, Switches und Panels per SNMP (sysDescr mit Bestellnummer und Firmware), PROFINET-I&M0 oder EtherNet/IP; die Module am Klemmenbus sieht kein Scan. In die Geräteliste kommen sie über WAGO-I/O-CHECK, das CODESYS-Projekt oder das Web-Based Management des Controllers, mit Bestellnummer je Modul. Für den Abgleich zählen die vollständige Bestellnummer mit Suffix und der Firmware-Release (FW32 = 4.10.0), denn WAGO meldet als CSAF über CERT@VDE mit Platzhalter-Mustern wie 750-821?-????-????: 82 Dokumente, 8 neu in 2026. Eine SBOM je Produkt haben wir nicht gefunden; für die Anlage brauchen Sie sie nicht.
Was an einem WAGO-Controller hängt und was davon im Netz sichtbar ist
Ein WAGO-Knoten ist ein Controller (PFC100, PFC200, CC100) oder ein Feldbuskoppler mit bis zu 64 I/O-Modulen der Serie 750 am Klemmenbus. Die Module sind keine Netzteilnehmer; der Controller oder Koppler spricht für sie. Dazu kommen Managed Switches, Touch Panels und, in Mischanlagen, WAGO-Koppler an einer fremden Steuerung.
- Über IP vom Wartungs-PC sichtbar: Controller und Koppler per SNMP (
sysDescr nennt Bestellnummer, Hardware- und Firmwarestand, sysObjectID unter IANA 13576), PROFINET-Koppler zusätzlich per DCP/I&M0, EtherNet/IP-Koppler per Identity Object; Switches per SNMP, Panels per Web-Kennung. - Nur über den Controller oder Koppler: alle I/O-Module am Klemmenbus. Ein PROFINET-Koppler meldet die Module als Submodule je Slot, dann liefert I&M0 je Slot die Bestellnummer; bei Controllern und anderen Kopplern kennt nur der Kopf die Modulliste.
- Nur aus dem Engineering: einfache Digital- und Analogmodule ohne Firmware. Sie stehen in der Stückliste, nicht in der Anlagen-SBOM.
Wie die Klemmenbus-Module in die Liste kommen: WAGO-I/O-CHECK, CODESYS-Projekt, Web-Based Management
WAGO-I/O-CHECK liest den Klemmenbus eines Knotens aus und listet jedes Modul mit Bestellnummer; das CODESYS-Projekt (ab Firmware-Release 23, vorher e!COCKPIT) führt dieselbe Liste als Soll-Zustand; das Web-Based Management des Controllers zeigt Firmware-Release und Bestellnummer des Kopfes. Bei PROFINET-Kopplern liest der Scan die Module direkt als Submodule mit I&M0 aus. Vom Netz aus kommen dazu:
- Engineering: e!COCKPIT ist abgekündigt (Support-Ende 31.03.2025), Nachfolger ist CODESYS V3.5 ab Firmware-Release 23. Das Projekt führt Controller und Koppler mit Bestellnummer; der Firmware-Release steht am Gerät.
- Netz: PFC100/200 und CC100 antworten per SNMP (
sysDescr, sysObjectID unter der IANA-Nummer 13576), über die Web-Based-Management-Oberfläche und, je nach Variante, über PROFINET-DCP/I&M0 (750-37x-Koppler, PN-Varianten) oder das EtherNet/IP Identity Object. Welche Abfrage welche Geräte erreicht, steht im Beitrag zum Netzwerkscan. - Firmware-Release als Zahl führen (FW30, FW32), denn die Advisories nennen beide Schreibweisen, semantische Version und Release-Nummer.
Wie WAGO meldet und worüber der Abgleich läuft
Die PSIRT-Seite verweist für alle Advisories auf CERT@VDE; einen eigenen Provider unter wago.com gibt es nicht (.well-known/csaf leitet auf die Startseite). Der CERT@VDE-Provider bietet ROLIE-Feed, index.txt und changes.csv und ist für die Spiegelung auf Aggregatoren freigegeben. Im Aggregator des BSI war WAGO am Messtag trotzdem nicht gelistet.
| Messwert (07.10.2026) | Ergebnis |
|---|
| CSAF-Advisories gesamt | 82 (2018–2026) |
| davon 2026 neu | 8 |
| 2026 veröffentlicht oder aktualisiert | 10 |
| Neue Dokumente 2023 / 2024 / 2025 | 14 / 7 / 15 |
| Jüngste Dokumente | VDE-2025-081 (RCE in mehreren Steuerungen), VDE-2025-102 (BACnet), beide 01.10.2026 |
| Dokumente mit CPE / PURL / model_numbers | 10 / 0 / 52 |
Beispiel VDE-2025-081: „CC100 0751-9x01“ wird zu model_numbers: ["0751-9?01"], „PFC200 G2 750-821x-xxx-xxx“ zu 750-821?-????-????, die Firmware als Bereich >=1.0.0 | <4.10.0 mit dem Zusatz „FW32“. CPE kommt nur auf dem Zweig wago_os_linux vor, nie auf der Hardware.
Das Platzhalter-Schema ist für den Abgleich ein Vorteil, wenn das Werkzeug es versteht: 750-821?-????-???? trifft jede PFC200-G2-Variante, egal welche Anschluss- oder Ausstattungsvariante im Feld steht. Ein Werkzeug, das Bestellnummern nur exakt vergleicht, verfehlt dagegen fast jedes WAGO-Advisory. Wer über CPE sucht, findet nur die zehn Dokumente mit Betriebssystem-CPE und ordnet sie keinem Gerät zu, weil die Hardware keinen CPE trägt. Mehr zu diesem Muster im Beitrag zur Tool-Auswahl.
43 der 82 Dokumente tragen einen Aktualisierungsstempel aus 2025: WAGO hat das Archiv in einem Schub nachgezogen. Wer nur auf „neu“ filtert, sieht solche Re-Releases nicht.
Eine SBOM je Produkt haben wir bei WAGO nicht gefunden; für die Anlage brauchen Sie sie nicht, die Advisories nennen Bestellnummer und Release.
Was das für Anlagen mit WAGO-Komponenten heißt
- Je WAGO-Controller und -Koppler die vollständige Bestellnummer (mit Varianten-Suffix) und den Firmware-Release erfassen.
- Den Abgleich auf Platzhalter-Muster auslegen, exakte Vergleiche treffen bei WAGO nicht.
- Managed Switches (852-xxxx) und Touch Panels (762-xxxx) als eigene Positionen führen; 2026 gab es Advisories für beide.
Ein Werkzeug, das Bestellnummern nur exakt vergleicht, verfehlt fast jedes WAGO-Advisory, und die Modulliste hinter dem Controller steht nur im Kopf des Knotens. In Werkspilot Scan ist WAGO Stufe 1 bis 3: Controller, Koppler und Switches kommen über SNMP und I&M0 in einem Lauf vom Wartungs-PC, Module hinter PROFINET-Kopplern als Submodule gleich mit, die Module hinter Controllern nach Freischaltung über den Knoten. Wir erproben die dritte Stufe derzeit mit Entwicklungspartnern an deren Anlagen.
Alle 13 Hersteller im Vergleich: SBOM je Hersteller →
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Wir erproben die Erfassung mit wenigen Anlagenbauern an deren Test- oder Referenzanlagen, vier Monate lang, Stufe für Stufe um ihre Steuerungen erweitert. Der Partner bekommt eine Anlage seiner Wahl als Anlagen-SBOM: jedes erreichbare Gerät mit Hersteller, Bestellnummer und Firmwarestand, offene Positionen einzeln ausgewiesen.
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Werkspilot führt diese Geräte je Anlage und meldet, wenn ein Advisory eines davon trifft. Die Zahlen in diesem Beitrag sind eigene Messungen vom 07.10.2026; die Hersteller ändern Feeds und Seiten ohne Ankündigung.