Kurz gefasst · Stand: Oktober 2026
Eine Mitsubishi-Anlage besteht aus MELSEC-iQ-R- oder iQ-F-Steuerungen mit Modulen auf der Baugruppenträger beziehungsweise Erweiterungsmodulen, Remote-I/O- und Antriebs-Stationen über CC-Link IE TSN oder CC-Link IE Field, MR-J-Servos, GOT-Bediengeräten und EtherNet/IP-Modulen. Vom Wartungs-PC aus antwortet die CPU per SLMP „Read Type Name“ mit Modellname und Typcode, EtherNet/IP-Module (FX5-ENET/IP, RJ71EIP91) auf ListIdentity; die Module im Rack und die CC-Link-Stationen sieht nur die Steuerung. In die Geräteliste kommen sie über den Systemmonitor von GX Works3 online (Modultyp, Seriennummer und Firmware je Steckplatz und je Station) oder das Projekt, mit Modultyp und Firmwarestring in der Notation der Advisories. Mitsubishi meldet als PDF, ohne eigenes [CSAF](/glossar/#csaf); maschinenlesbar liefert die CISA: 136 Einträge mit Mitsubishi-Bezug, 10 neue in 2026. Eine SBOM nennt Mitsubishi als CRA-Nachweis, einen Kundenzugang gibt es nicht; für die Anlage brauchen Sie sie nicht.
Was an einer MELSEC-Steuerung hängt und was davon im Netz sichtbar ist
Die Steuerung ist eine iQ-R-CPU im Baugruppenträger mit Netzwerk-, I/O- und Motion-Modulen (RJ71, RX, RY, RD) oder eine kompakte iQ-F (FX5) mit angereihten Erweiterungsmodulen. Daran hängen über CC-Link IE TSN oder CC-Link IE Field Remote-I/O-Stationen, Frequenzumrichter und MR-J-Servos, über Ethernet GOT-Bediengeräte, MELSEC-Partnerstationen und EtherNet/IP-Geräte.
- Über IP vom Wartungs-PC sichtbar: iQ-R- und iQ-F-CPUs per SLMP „Read Type Name“ (Modellname, Typcode), EtherNet/IP-Module (FX5-ENET/IP, RJ71EIP91) per ListIdentity, GOT-Bediengeräte per Web-Kennung; ob die CPUs einen SNMP-Agenten führen, konnten wir nicht belegen.
- Nur über die Steuerung: die Module im Baugruppenträger und die Erweiterungsmodule einer FX5, außerdem die CC-Link-IE-Field-Stationen hinter dem Netzwerkmodul. CC-Link-IE-TSN-Stationen antworten je nach Gerät selbst auf SLMP, die meisten aber nur über das Netzwerkmodul.
- Nur aus dem Engineering: Firmwarestände, die nur die Moduldiagnose anzeigt, und die Zuordnung der Stationen zur Teilanlage.
Wie Rack-Module und CC-Link-Stationen in die Liste kommen: GX Works3 und das Netzwerkmodul
Der Systemmonitor in GX Works3 zeigt online den Baugruppenträger mit Modultyp, Seriennummer und Firmwareversion je Steckplatz und, über die Netzwerkdiagnose, die Stationen am CC-Link IE mit Typ und Version. Das Projekt (GX Works3, MELSOFT iQ Works) führt dieselbe Liste als Soll-Zustand. Vom Netz aus kommen dazu:
- GX Works3 / MELSOFT iQ Works: Projekt mit CPU- und Modultypen; der Firmwarestand steht in der Moduldiagnose.
- SLMP „Read Type Name“ (Kommando 0101): liefert Modellname und Typcode der CPU über das MELSEC-Protokoll, herstellerspezifisch, aber dokumentiert.
- EtherNet/IP-Module (FX5-ENET/IP, RJ71EIP91) antworten auf ListIdentity mit Identity Object; CC-Link IE TSN-Teilnehmer nur über das Netzwerkmodul. Ob die MELSEC-CPUs einen SNMP-Agenten führen, konnten wir nicht belegen. Hintergrund im Beitrag zum Netzwerkscan.
Wie Mitsubishi Electric meldet und worüber der Abgleich läuft
Die Schwachstellenliste des PSIRT führt PDFs mit RSS-Feed; die FA-Liste ordnet sie den Produktbereichen zu. Unter mitsubishielectric.com und .co.jp gibt es keinen CSAF-Provider, im BSI-Aggregator und bei CERT@VDE keinen Eintrag. Weil Mitsubishi jedes Advisory mit der CISA koordiniert, ist deren OT-CSAF-Feed der maschinenlesbare Ersatz.
| Messwert (07.10.2026) | Ergebnis |
|---|
| CISA-OT-Feed: Einträge mit Mitsubishi insgesamt | 136 |
| davon 2026 neu veröffentlicht | 10 |
| davon 2026 aktualisiert | 24 |
| Eigene Nummerierung (FA-Seite) | rund 140 IDs seit 2019, 2026: 6 |
| Jüngstes Advisory | 2026-007 (17.09.2026): GX Works3, CVE-2026-15688, CVSS 4.0 = 9,2 |
| CPE / PURL im CISA-CSAF (Stichprobe ICSA-26-169-05) | 0 / 0 |
Die 2026er Advisories betreffen quer durch das Portfolio: iQ-R-CPUs, iQ-F-Netzwerkmodule (FX5-ENET/IP, FX5-EIP), CNC-Steuerungen, GENESIS64/ICONICS, MELSOFT Update Manager, das CC-Link-IE-TSN-Protokoll und GX Works3. Die Hälfte davon ist Engineering-Software auf Windows-PCs, nicht Steuerungshardware.
Mitsubishi schreibt betroffene Versionen als „versions 1.106 and prior“ und erklärt im PDF unter „How to check the versions“, wo der Stand abzulesen ist. Die Geräteliste muss den Firmwarestring in genau dieser Notation führen (Serie, Modell, Version), sonst scheitert der Vergleich an der Schreibweise. Mit zehn neuen und 24 aktualisierten CISA-Einträgen in neun Monaten ist Mitsubishi der aktivste Hersteller dieser Reihe nach Siemens, Rockwell und Schneider, und das bei einem Hersteller, dessen Advisories viele deutsche Anlagenbauer gar nicht beobachten.
Was ein Hersteller ohne CSAF im Monitoring bedeutet, steht im Beitrag zu Lieferanten ohne CSAF.
Eine SBOM nennt Mitsubishi in der Pressemitteilung vom Februar 2026 als CRA-Nachweis, einen Kundenzugang haben wir nicht gefunden; für die Anlage brauchen Sie sie nicht.
Was das für Anlagen mit Mitsubishi-Komponenten heißt
- Modultyp und Firmwarestring je CPU, Netzwerkmodul und GOT erfassen, in der Notation der Advisories.
- GX Works3, MELSOFT und GENESIS64 als Software-Inventur der Engineering- und Bedien-PCs führen.
- Den Support-Zeitraum je Produkt dokumentieren, sobald die angekündigte Konformitätsliste erscheint.
Zehn neue und 24 aktualisierte Advisories in neun Monaten, und die Hälfte der Geräte hängt hinter dem Netzwerkmodul, wo nur GX Works3 hinsieht. In Werkspilot Scan ist Mitsubishi Stufe 2 für CPUs, EtherNet/IP-Module und GOTs über SLMP, ListIdentity und Web-Kennung, und Stufe 3 für Rack-Module und CC-Link-Stationen über die Steuerung. Wir erproben die dritte Stufe derzeit mit Entwicklungspartnern an deren Anlagen.
Alle 13 Hersteller im Vergleich: SBOM je Hersteller →
Werkspilot Scan an Ihrer eigenen Anlage erproben.
Wir erproben die Erfassung mit wenigen Anlagenbauern an deren Test- oder Referenzanlagen, vier Monate lang, Stufe für Stufe um ihre Steuerungen erweitert. Der Partner bekommt eine Anlage seiner Wahl als Anlagen-SBOM: jedes erreichbare Gerät mit Hersteller, Bestellnummer und Firmwarestand, offene Positionen einzeln ausgewiesen.
Entwicklungspartnerschaft anfragen →
Werkspilot führt diese Geräte je Anlage und meldet, wenn ein Advisory eines davon trifft. Die Zahlen in diesem Beitrag sind eigene Messungen vom 07.10.2026; die Hersteller ändern Feeds und Seiten ohne Ankündigung.